Noch mal volles Programm…

… und zum Abschluss zwei Bier!

Am Mittwoch musste ich dann erst das Auto wegbringen, weshalb ich später mit meinem Arbeisteinsatz anfangen und somit auch später in die Stadt gekommen bin. Das Textil Museum stand auf dem Plan, da es umsonst sein sollte. Da das aber erst nach 17.00h der Fall wäre und ich nicht wirklich sooo Interesse daran hatte, habe ich mir das gespart. Nach einem kurzen Bummel über den Farmers Market vor der Cityhall, bin ich auch an der alten Cityhall vorbeigekommen und mir fiel auf, dass ich da noch gar nicht drin war. Sehr schönes Gebäude, auch drinnen, aber man darf leider keine Fotos machen, weil es ein arbeitendes Gerichtsgebäude ist – naja, unauffällig mit dem Handy geht vielleicht schon… (einmal die Regeln für ein gutes Foto übertreten… – ach, nee, das ist ja schon das zweite Mal…).

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Anschließend mache ich mich auf den Weg zum Mackenzie House; ein angeblich historisches Gebäude, wo eine wichtige Torontoer Persönlichkeit gewohnt hat.Da ich die einzige Besucherin bin, erhalte ich eine private Führung 😀 – das ist eigentlich ganz praktisch, weil ich gezielt Fragen stellen kann und mir nicht zum hundertsten Mal die Geschichte mit dem Bettwärmer anhören muss (ich hab ja nun schon ein paar alte Häuser besucht…). Mit im Haus ist auch eine alte Zeitungspresse, da der Hausherr ein Journalist und Zeitungsverleger war (neben seiner wichtigen Bedeutung eine Rebellion für die Demokratie anzuzetteln…). Auch da bekam ich die Privatvorstellung und durfte meinen Namen “setzen” und selber drucken…
Da es bis zu meinem ROM Walk noch Zeit war, marschierte ich nochmal an die Harbourfront und machte es mir in einem der Sonnenstühle bequem. Dass die Sonne im September echt noch so wunderbar und warm ist… So habe ich ein bißchen die Zeit verpasst und vor allem den Fußweg zur nächsten Streetcar-Haltestelle unterschätzt, komme aber gerade noch pünktlich zu meinem “guided walk”. Das ROM (Royal Ontario Museum) bietet immer mal wieder kostenloe Rundgänge durch die verschiedenen Neighbourhoods an und am Mittwoch steht der Stadtteil um den Distillery District auf dem Plan. Das ist ganz nett, wenn auch ein bißchen Jahreszahl-lastig. Vor allem lerne ich dabei aber zwei Torontoerinnen meines Alter kennen, mit denen ich mich sehr nett unterhalte und hinterher noch was Essen gehe. So endet auch dieser Tag erst sehr spät.
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Am Donnerstag steuerte ich als erstes das Bata Shoe Museum an, aber wie ich vermutet hatte, war auch dort der Eintritt erst ab 17.00h frei. Da ich in der Gegend war und es mir empfohlen worden war, machte ich mich auf Yorkville zu erkunden. An der Hauptstrasse (Bloorstreet) finden sich die ganzen Luxuslabel-Läden von Burberry, Gucci, Tiffany und Co. – da war ich schon mal dran langspaziert. In der Parallelstraße Yorkstreet gibt es dann Luxusläden und -boutiquen, teure Restaurants und Cafes – weshalb man zum tiff da angeblich auch Stars begegnen kann (dafür war es jetzt ohnehin zu spät). Nun gut, muss man vielleicht gesehen haben… Ebenfalls empfohlen worden war mir, die direkt angrenzende “residential neighbourhood” Rosedale. Villen und Mansions wie in Newport – nun ist auch klar, wer es sich leisten kann in Yorkville einzukaufen. Ich mache ein paar Fotos von schönen Häuschen, als mir auffällt, dass meine Kamera nicht mehr richtig fokussiert. Ich probiere alles aus, von “Zurücksetzen” über Batterie auswechseln und im Menü rumstöbern, es hilft nichts… Mist! Also zurück in die Innenstadt, um nach einem Laden zu suchen, der mir vielleiccht helfen kann. Ich male mir schon aus, dass ich mir eine neue Kamera kaufen und die alte per Post nach Hause schicken muss. Im schnöden “best buy” bietet der freundliche Verkäufer an, erstmal selber einen Blick darauf zu werfen, ehe er mir ein Fachgeschäft nennt. Und – peinlich, peinlich – es ist nur der Schalter von automatisch auf manuell umgestellt (werde jetzt noch rot vor Scham, dass ich das nicht gemerkt habe…). Muss irgendwie beim aus der Tasche holen oder wieder reinprummeln passiert sein. Wie auch immer, ich bin nur froh, dass ich mir keine neue Kamera leisten muss…
Es geht so langsam auf 17.00h zu, aber bevor ich ins Schuhmuseum gehe, will ich mir erst die Tour im Elgin & Winter Garden Theater ansehen. Wir sind nur zwei Touristen, die sich zur entsprechenden Zeit eingefunden haben und so bekommen wir die “casual” tour. Das bedeutet, dass wir drei Führer haben, weil zwei weitere Freiwillige lieber mit uns mitgehen anstatt sich zu langweilen. Ausserdem kriegen wir zusätzliche Infos bzw. dürfen auch dahin, wo die Tour normalerweise nicht langführt…
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So dauert die Tour 1,5 Stunden und ich muss mich ranhalten, um auch noch das Schuhmuseum zu schaffen. Es ist erstaunlich interessant und ich hatte ohne Zeitdruck sicherlich länger als eine Stunde gebraucht. Aber es ist auch gut so.
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Freitag packe ich dann erstmal meinen Koffer und mache Fotos mit meinen Gastgebern.
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So komme ich später als sonst in die Stadt, aber ich habe ohnehin nur noch “Reste-Programm”. Als erstes geht es zur “Hockey Hall of Fame”, die wirklich recht beeindruckend ist, aber wenn man kein Eishockeyfan ist und Wayne Gretzki der einzige bekannte Name ist, verliert es doch schon etwas. Aber man kann auch selber ausprobieren und versuchen Pucks ins Tor zu befördern oder sich als Torwart zu versuchen. Hab ich aber nicht gemacht; erstens gab’s ne Schlange und zweitens war das tatsächlich mal etwas, wo ich mir alleine komisch vorgekommen wäre…
Noch während ich in der Hockey Hall of Fame war, stellte ich fest, dass die Träger meines kleinen Rucksacks sich lösten (Naht ging auf). Hm, ich kann mich nicht erinnern Nähzeug eingepackt zu haben – obwohl ich es in der Hand hatte… Ich gehe trotzdem erstmal weiter und laufe zufällig an so einem kleinen “Reparaturen aller Art”-Laden vorbei. Ja, er würde das machen (6,-$), aber erst hätte er Pause. Was ich überhaupt nicht bedacht hatte, war, dass der kleine Laden womöglich keine Kreditkarte nehmen würde. In meiner “Wartezeit” hatte ich mir noch einen leckeren Cookie gegönnt und damit nur noch etwas über 5,-$ als ich in den Laden zurück kam. Als der Mann meine Tasche also genäht hatte und dann sagte “Cash only!”, stand ich schön blöd da. Er war dann aber sehr nett und bot an, dass ich beim nächsten Mal bezahle 😀
Anschließend lief ich zur Steam Whistle Brewery, die freitags Touren anbieten und wo ich so halb mit einem Couchsurfer verabredet war. Die Touren waren alle ausgebucht und mein Couchsurfer tauchte nicht auf. Dafür gab es eine Gratisprobe, von denen ich mir dann sogar (unerlaubterweise) zwei genehmigte. Dabei kam ich dann mit einer Frau ins Gespräch, die meinte, ich solle denen an der Kasse meine “sob story” erzählen – das ich aus Deutschland bin und dies mein letzter Abend ist. Sowas kann ich ja gar nicht, also blieb ich, wo ich war und trank mein Bier. Als meine Gesprächspartnerin dann mit ihrer Gruppe an der Kasse stand, winkte sie mich ran und forderte mich auf quasi um ein Ticket “zu betteln”. Naja, jedenfalls bekam ich tatsächlich noch ein Ticket und konnte doch eine Tour mitmachen. Die war recht klein, aber nett und vor allem gab es nochmal Freibier. Die zweite Flasche konnte ich aber gar nicht mehr austrinken, weil ich schon ganz schön beschwipst war…
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Die Brauerei ist übrigens in einem Teil eines alten, sogannten “Roundhouse”, quasi eine Eisenbahngarage mit Drehscheibe. Der Rest des Roundhouse war zu einer Art Freilichtmuseum umfunktioniert.
Auf dem Rückweg zur U-Bahn stellte ich fest, dass offensichtlich ein Eishockeyspiel anstand, denn es waren noch mehr Leute (und Autos) unterwegs, als zwei Tage zuvor vor oder nach dem Baseballspiel. Wahrscheinlicher ist, dass beides lief, denn es waren Blue Jays und Maple Leaf Fans unterwegs (Vereinsfarbe ist beide Male blau). Ich hab kurz überlegt, ob ich mir ein Ticket leisten soll, aber das war mir doch zu teuer. Jedenfalls war es noch ein schöner, letzter Abend in Toronto.

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