Fallschirmsprung und Biketoberfest…

…was für’n genialer Tag!!!

Freitagmorgen war ich sogar schon vor dem Weckerklingeln wach. Ich habe alles neu sortiert und den Koffer umgepackt und überhaupt schon alles fertig gemacht, bevor ich zum Frühstück gegangen bin. Dann habe ich mich überpünktlich auf den Weg zum Flugplatz gemacht, so dass ich schon um viertel vor neun da war. Vor Ort musste ich mich dann durch 13 (!!!) Seiten “Kleingedrucktes” arbeiten, wobei es darum ging, dass Fallschirmspringen sehr gefährlich ist und tödlich enden kann und ich oder andere (meine Hinterbliebenen?) auf jegliche Regressansprüche gegenüber allem und jedem komplett verzichten. Naja, wenn man nicht alles zehn Mal unterschreibt (bzw. “initialed”), bestätigt man dann noch, dass man das nur aus Versehen nicht unterschrieben hat und trotzdem mit allem einverstanden ist – und sonst lassen sie einen ja sowieso nicht springen….
Außer mir waren noch so etwa zehn andere “Tandem students” da und wir wurden kurz über die unterschiedlichen Foto- und Videooptionen informiert und die Unterschiede bei den Absprunghöhen. Dadurch ließen sich alle anderen dazu “überzeugen/überreden”,ihren Sprunge von 12.000feet auf 15.000feet zu “upgraden”. Ich habe auch ernsthaft darüber nachgedacht, aber zum einen störte es mich, dass dann mein toller “Groupon-Deal” nichts mehr wert war (je nachdem wieviel man schon bezahlt hatte, musste man nur noch den Rest “auffüllen”) und zum anderen wusste ich gar nicht, ob ich tatsächlich lieber statt 20 Sekunden über eine Minute Freifall haben wollte (stellte mir vor, dass sei wie den Kopf bei 140km/h auf der Autobahn aus dem Fenster halten). Also war ich im Endeffekt die einzige, die bei ihrem 12.000feet-Sprung geblieben ist.
Daher musste ich nun etwas warten, während alle anderen sich fertig machten und in zwei Gruppen mit einem größeren Flugzeug zusammen hochflogen. Nachdem die zweite Gruppe gestartet war, ging es aber auch für mich los (es war nämlich noch ein zweiter Pilot vor Ort, der die Cessna fliegen konnte). Ich wurde mit einem “Gurt” ausgestattet (ähnlich denen, die man beim Klettern angelegt bekommt) und bekam ein kurze Einweisung – erst zum Sprungverhalten und dann wie wir aus dem Flugzeug aussteigen würden. Vor dem Start schnallte mich mein Skydivinginstructor dicht vor seinen Bauch, so dass wir hintereinander schon an der Ausstiegsluke saßen. Schon der Flug wäre das Geld wert gewesen – ich hatte einen super Ausblick über die Stadt, die Küste und natürlich das Spacecenter (welches man angeblich nur bei den hohen Sprüngen überfliegt).  Ich bekam sozusagen die VIP-Behandlung, da ja sonst keiner mit im kleinen Flugzeug flog. Ich hab glaube ich über das ganze Gesicht gestrahlt. Es dauerte auch nicht lange unsere Absprunghöhe zu erreichen – und als die Tür aufging war ich kein bißchen ängstlich, sondern habe mich nur gefreut. Beim Aussteigen war es ein wenig komisch, weil man eigentlich unbedingt schon nach unten sehen will, man aber den Kopf nach hinten an die Schulter des Tandem-Instructors legen soll -habe ich auch gemacht (ich würde ja in einer Sekunde nach unten sehen können).
Freier Fall – wohooo!!!! Ja, war ein bißchen wie bei 160 auf dem Motorrad, aber natürlich mit toller Aussicht!! Ich fand’s auch nicht zu kurz, sondern gerade richtig. Noch viel besser hat mir aber gefallen, als der Fallschirm aufgegangen war und wir ganz ruhig segelten. Der Instructor hat dann die Verbindung zwischen uns gelockert, so dass ich fast vergessen konnte, dass da noch jemand hinter mir war. Leider fing er sehr bald an zu “kreiseln”, damit wir in die richtige Richtung zu unserem Landeplatz kamen. Das war ziemlich wie Karussell und so wurde mir auch ein wenig “komisch” – die Landung war dann perfekt quasi auf den Punkt.
Super schön, ich war überglücklich! High, wie auf Drogen… (Vor allem auch zufrieden mit meiner Entscheidung, nicht noch mal 100,-$ für 300feet extra drauf gelegt zu haben.)
Leider gibt es von diesem Abenteuer überhaupt keine Fotos, weil ich meine kompletten Sachen im Auto gelassen hatte 😦

Bester Laune machte ich mich also auf den Weg weiter nach Norden, nach St.Augustine – immer schön auf der “A1A”, der Küstenstraße. Unterwegs hörte ich im Radio, dass irgendeine Motorradveranstaltung (Biketoberfest) in Daytona stattfände. Da das auf dem Weg lag und ich ohnehin vorhatte mal zur Rennstrecke zu gucken, bog ich dort also von der Küstenstraße in den Ort ab. Wow! Und zehntausend Mal WOW!!! Die ganze Stadt röhrte von Motorrädern, Harleys wohin man sah und (fast) alle Fahrer ohne Helm und Schutzkleidung. Ich konnte gar nicht fassen, was da so an Werten geparkt stand – locker (!!!) eine Million Euro in Motorrädern… Ich bin rumgeschlendert, habe Fotos gemacht und einfach immer nur wieder gestaunt.
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So bin ich anstatt “kurz” ziemlich lange in Daytona geblieben – wobei es anscheinend auch sonst ein ganz nettes Städtchen ist und einen tollen Strand hat. An den bin ich dann auch nochmal zu einem Strandspaziergang – es war ja wieder Zeit für den  Sonnenuntergang… (sorry, wenn ich mit meinen Sonnenauf- und -untergangsbildern nerve, aber ich habe da noch immer nicht die Nase voll von). Am Strand habe ich mich dann noch eine Weile mit zwei Einheimischen (Greg und Patty) unterhalten, die auch Sonnenuntergangsfotos gemacht haben.
Eigentlich wollte ich dann noch bis nach St.Augustine fahren, habe dann aber doch entschieden am Strand zu parken und erst im Morgengrauen zu fahren… So schlief ich wunderbar bei Meeresrauschen ein – ständig unterbrochen durch vorbeirasende Motorräder 😉
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