St.Augustine…

…und wie man wieder auf den Boden der Tatsachen kommt.

Von St. Augustine hat mir jeder vorgeschwärmt und so freute ich mich sehr darauf. Nach einer frühmorgendlichen Fahrt entlang wunderbarer Strände (und einem weiteren Sonnenaufgangsfoto 😀 ) kam ich in St. Augustine an. Als erstes “stolperte” ich über einen Farmersmarket (war ja auch Samstag), über den ich ein wenig bummelte – aber leider gar nichts Leckeres kaufen konnte, da ich kein Bargeld mehr hatte.
Als nächstes steuerte ich den Leuchtturm an, denn ich mag Türme im allgemeinen und klettere auch gerne viele Stufen für eine gute Aussicht (immerhin etwas Sport…).
image

image
Gegenüber gab es noch eine Alligatorfarm, aber ich habe mich dann doch dagegen entschieden, da ich lieber mehr Zeit in der Stadt verbringen wollte (und ich ja schon echte, wilde Alligatoren in Naples gesehen hatte).
In St. Augustine stellte ich dann (wie in Touristengegenden fast immer) fest, dass Parken nicht so leicht werden würde. Ich fand aber gar nicht weit entfernt einen Parkplatz für zwei Stunden – mich macht nur immer dieses System nervös, dass ich keine Parkscheibe habe und woher sie dann wissen, dass ich noch nicht zu lange geparkt habe. Bei der Touristeninformation waren sie dann irgendwie komisch und wollten nur unbedingt ihre Trolleytour an den Mann bringen, was mich irgendwie nervte (weil ich ja diese Touren ja nicht mag). Also bin ich erstmal zum “Historic Old Jail”, und weil das laut Plan ein wenig weiter weg sein aber dafür “free parking” geben sollte, bin ich mit dem Auto hin. Ja, ich durfte da umsonst parken, wenn ich die Trolley Tour mitmache (grmpf) oder für die Zeit der Jailtour… Die Jailtour fand ich dann ziemlich doof und habe mich die ganze Zeit gefragt, ob tatsächlich jemand den Parkplatz kontrolliert. Da es aber recht weit bis zur Innenstadt zu laufen war und ich Angsthase keine Lust auf ein Ticket hatte, bin ich dann eine Weile mit dem Auto rumgekurvt, bis ich westlich vom Flagler College (in Lincolnville) einen freien Parkplatz fand und losspazieren konnte.
Die ersten beiden Gebäude – Lightner-Museum und Flagler College – waren schon beeindrucken. Leider habe ich die Tour im Flagler College knapp verpasst, so dass ich den angeblich großartigen Speisesaal nicht besichtigen konnte.
image

image
Anschließend kam ich zur Georgestreet, DIE Straße im “historic district” – und leider fand ich es gar nicht schön. Die Touristen drängelten sich alle in den Fudge- und Ice Cream-Läden und die Kunsthandwerk- und sonstigen Läden fand ich ziemlich überteuert (und ich wollte ja auch gar nicht shoppen…). Abaer außer Shopping konnte man nicht wirklich was machen und die Häuser wirkten irgendwie nicht “historisch schön”, sondern eben nur klein und in schmaler Straße – letzteres sehr unamerikanisch eben. Nachdem ich also die Straße einmal rauf und runter gelaufen war, war ich total enttäuscht und hatte auch keine Lust mehr auf das historische Fort. Ich habe mich dann lieber in einen Kirchgarten bei meinem geparkten Auto gesetzt und einem Blueskonzert gelauscht, dass da gerade stattfand.
Als das zu Ende war, beschloss ich mir kein Hotel in St.Agustine zu suchen, sondern so lange es noch hell ist noch weiter an der Küste hochzufahren. Leider sagt einem Google Maps ja nicht, ob die schöne Küstenstraße tatsächlich Blick und Zugang zum Strand bietet oder nur auf die teuren Villen. An diesem Nachmittag war es nur noch wenig Strand und dann wieder viele teure, teure Häuschen (unglaublich). Auf Höhe Jacksonville bin ich ins Landesinnere auf der Suche nach einem Hotel… “Booking.com” ist auch nicht mehr das was es mal war, jedenfalls kann man sich auf die Bewertungen (“ansprechend”) nicht mehr verlassen…

Advertisements

Fallschirmsprung und Biketoberfest…

…was für’n genialer Tag!!!

Freitagmorgen war ich sogar schon vor dem Weckerklingeln wach. Ich habe alles neu sortiert und den Koffer umgepackt und überhaupt schon alles fertig gemacht, bevor ich zum Frühstück gegangen bin. Dann habe ich mich überpünktlich auf den Weg zum Flugplatz gemacht, so dass ich schon um viertel vor neun da war. Vor Ort musste ich mich dann durch 13 (!!!) Seiten “Kleingedrucktes” arbeiten, wobei es darum ging, dass Fallschirmspringen sehr gefährlich ist und tödlich enden kann und ich oder andere (meine Hinterbliebenen?) auf jegliche Regressansprüche gegenüber allem und jedem komplett verzichten. Naja, wenn man nicht alles zehn Mal unterschreibt (bzw. “initialed”), bestätigt man dann noch, dass man das nur aus Versehen nicht unterschrieben hat und trotzdem mit allem einverstanden ist – und sonst lassen sie einen ja sowieso nicht springen….
Außer mir waren noch so etwa zehn andere “Tandem students” da und wir wurden kurz über die unterschiedlichen Foto- und Videooptionen informiert und die Unterschiede bei den Absprunghöhen. Dadurch ließen sich alle anderen dazu “überzeugen/überreden”,ihren Sprunge von 12.000feet auf 15.000feet zu “upgraden”. Ich habe auch ernsthaft darüber nachgedacht, aber zum einen störte es mich, dass dann mein toller “Groupon-Deal” nichts mehr wert war (je nachdem wieviel man schon bezahlt hatte, musste man nur noch den Rest “auffüllen”) und zum anderen wusste ich gar nicht, ob ich tatsächlich lieber statt 20 Sekunden über eine Minute Freifall haben wollte (stellte mir vor, dass sei wie den Kopf bei 140km/h auf der Autobahn aus dem Fenster halten). Also war ich im Endeffekt die einzige, die bei ihrem 12.000feet-Sprung geblieben ist.
Daher musste ich nun etwas warten, während alle anderen sich fertig machten und in zwei Gruppen mit einem größeren Flugzeug zusammen hochflogen. Nachdem die zweite Gruppe gestartet war, ging es aber auch für mich los (es war nämlich noch ein zweiter Pilot vor Ort, der die Cessna fliegen konnte). Ich wurde mit einem “Gurt” ausgestattet (ähnlich denen, die man beim Klettern angelegt bekommt) und bekam ein kurze Einweisung – erst zum Sprungverhalten und dann wie wir aus dem Flugzeug aussteigen würden. Vor dem Start schnallte mich mein Skydivinginstructor dicht vor seinen Bauch, so dass wir hintereinander schon an der Ausstiegsluke saßen. Schon der Flug wäre das Geld wert gewesen – ich hatte einen super Ausblick über die Stadt, die Küste und natürlich das Spacecenter (welches man angeblich nur bei den hohen Sprüngen überfliegt).  Ich bekam sozusagen die VIP-Behandlung, da ja sonst keiner mit im kleinen Flugzeug flog. Ich hab glaube ich über das ganze Gesicht gestrahlt. Es dauerte auch nicht lange unsere Absprunghöhe zu erreichen – und als die Tür aufging war ich kein bißchen ängstlich, sondern habe mich nur gefreut. Beim Aussteigen war es ein wenig komisch, weil man eigentlich unbedingt schon nach unten sehen will, man aber den Kopf nach hinten an die Schulter des Tandem-Instructors legen soll -habe ich auch gemacht (ich würde ja in einer Sekunde nach unten sehen können).
Freier Fall – wohooo!!!! Ja, war ein bißchen wie bei 160 auf dem Motorrad, aber natürlich mit toller Aussicht!! Ich fand’s auch nicht zu kurz, sondern gerade richtig. Noch viel besser hat mir aber gefallen, als der Fallschirm aufgegangen war und wir ganz ruhig segelten. Der Instructor hat dann die Verbindung zwischen uns gelockert, so dass ich fast vergessen konnte, dass da noch jemand hinter mir war. Leider fing er sehr bald an zu “kreiseln”, damit wir in die richtige Richtung zu unserem Landeplatz kamen. Das war ziemlich wie Karussell und so wurde mir auch ein wenig “komisch” – die Landung war dann perfekt quasi auf den Punkt.
Super schön, ich war überglücklich! High, wie auf Drogen… (Vor allem auch zufrieden mit meiner Entscheidung, nicht noch mal 100,-$ für 300feet extra drauf gelegt zu haben.)
Leider gibt es von diesem Abenteuer überhaupt keine Fotos, weil ich meine kompletten Sachen im Auto gelassen hatte 😦

Bester Laune machte ich mich also auf den Weg weiter nach Norden, nach St.Augustine – immer schön auf der “A1A”, der Küstenstraße. Unterwegs hörte ich im Radio, dass irgendeine Motorradveranstaltung (Biketoberfest) in Daytona stattfände. Da das auf dem Weg lag und ich ohnehin vorhatte mal zur Rennstrecke zu gucken, bog ich dort also von der Küstenstraße in den Ort ab. Wow! Und zehntausend Mal WOW!!! Die ganze Stadt röhrte von Motorrädern, Harleys wohin man sah und (fast) alle Fahrer ohne Helm und Schutzkleidung. Ich konnte gar nicht fassen, was da so an Werten geparkt stand – locker (!!!) eine Million Euro in Motorrädern… Ich bin rumgeschlendert, habe Fotos gemacht und einfach immer nur wieder gestaunt.
image

image

image

So bin ich anstatt “kurz” ziemlich lange in Daytona geblieben – wobei es anscheinend auch sonst ein ganz nettes Städtchen ist und einen tollen Strand hat. An den bin ich dann auch nochmal zu einem Strandspaziergang – es war ja wieder Zeit für den  Sonnenuntergang… (sorry, wenn ich mit meinen Sonnenauf- und -untergangsbildern nerve, aber ich habe da noch immer nicht die Nase voll von). Am Strand habe ich mich dann noch eine Weile mit zwei Einheimischen (Greg und Patty) unterhalten, die auch Sonnenuntergangsfotos gemacht haben.
Eigentlich wollte ich dann noch bis nach St.Augustine fahren, habe dann aber doch entschieden am Strand zu parken und erst im Morgengrauen zu fahren… So schlief ich wunderbar bei Meeresrauschen ein – ständig unterbrochen durch vorbeirasende Motorräder 😉
image

Key West, Naples and SARASOTA…

…bring me back on track.

Am Dienstagmorgen bin ich also von Naples Richtung Norden (Ziel Sarasota) aufgebrochen. Einen ersten Strandstopp habe ich im Lover’s Key Statepark gemacht. Das war ganz nett, da keine Häuser das Landschaftsbild gestört haben und der Strand auch breit und recht weiß war. Aber leider war das Wasser ganz aufgemölmt und voller Seegras, Seebohnen und Blätter; da bin ich nur am Strand langspaziert und sehr kurz ins Wasser.
image

Nach einer knappen Stunde bin ich weiter gefahren und kam schließlich nach Fort Myers Beach. Das war aber überhaupt nicht “meins”, der Strand war schmal und völlig überfüllt (vor allem mit Deutschen…) und irgendwie die ganze Atmosphäre war eher Partyurlaub… (aber da gibt es sicher noch andere nette Strände…). Also bin ich nur die Einkaufsstrase langgebummelt und bald wieder gefahren.
image

Als drittes und letztes an diesem Tag habe ich dann Manasota Key angefahren. Da war der Strand zwar nicht sooo weiß und das Wasser nicht türkis, aber es war sonst sehr nett und ich war fast die ganze Zeit im Wasser und bin rumgeschwommen. Leider fing es dort nach einer Stunde an zu regnen – es wurde zwar nicht kalt, aber ist doch irgendwie doof. Da es ohnehin schon spät war, habe ich mich auf das letzte Stück nach Sarasota begeben.
Auch hier haben meine Couchsurfing-Gastgeber in einer “Gated Community” gewohnt, in einem sagenhaften Haus – und dann waren sie auch noch super nett. Der Bruder von Maya kam vorbei und hat Gitarre gespielt und wir haben uns nett unterhalten. Ich habe wunderbar geschlafen!
Am nächsten Morgen haben die beiden dann erst mein Buch mit einem Fleckenprotokoll versehen…
image

…und anschließend bin ich mit dem Fahrrad zum nahe gelegenen Lido Beach gefahren (dabei wäre Parken sogar umsonst gewesen…). Ganz typischer Floridastrand, weiß und pulverig, türkisblaues Wasser und ganz lange flach und seicht. Ich habe mich gleich ins Wasser gestürzt und treiben lassen. Da lag ich schon beinahe bewegungslos auf dem Wasser und starrte zum Strand – und dann drehte ich mich um, um noch ein wenig weiter rauszuschwimmen… Da ist unmittelbar vor mir plötzlich ein großer, dunkler Fleck, der sich auf mich zubewegt. Oh je, was ist das? In dem Augenblick taucht auch schon in Armlänge eine Nase auf und pustet mich an – ein Manatee. Er taucht wieder unter, schwimmt einmal halb um mich rum (so nah, dass ich ihn hätte anfassen können) und verschwindet dann wieder. Das ging alles so schnell, dass ich gar nicht richtig nachdenken und reagieren konnte. Aber ich habe mich wahnsinnig gefreut – und war ganz überrascht, weil ich nicht gedacht habe, dass die so ganz im offenen Meer schwimmen.
Ich bin dann noch locker zweieinhalb Stunden am Strand geblieben, bevor ich das Rad zurückbrachte und mich endgültig von meinen Gastgebern verabschiedete.
In der Nahe gab es noch den Armand’s Circle – eine nette Einkaufsgegend, wo ich noch ein wenig rumbummelte, bevor ich mich nach Osten auf die andere Floridaseite aufmachte – einmal quer durch’s Land.
image

Am Spätnachmittag kam ich in Fort Pierce an und setzte mich erstmal an den Strand bzw etwas später in einen Park am Meer mit Restaurants nebenbei. Dort schrieb ich dann wieder fleißig an meinem Blog, bevor ich mich auf die Suche nach einem sicheren Stellplatz machte. Ich hatte mich nämlich nicht um eine Unterkunft gekümmert und beschlossen im Auto zu schlafen. Das ging sogar erstaunlich gut (bei McDonalds noch Zähne geputzt…) und so war ich am nächsten Morgen sogar recht ausgeschlafen, wenn auch früh wach (super, konnte ich noch einen weiteren Sonnenaufgang bewundern).
Mittwoch legte ich dann mit diversen Beachstopps den Weg bis Titusville zurück, wo ich einen super Groupondeal fur einen Tandem-Fallschirmsprung gefunden hatte!!!

Key West, NAPLES and Sarasota…

…bring me back on track.

Am Samstag nachmittag fahre ich über kleine Nebenstraßen (ich hatte mir das gemütlich und schön vorgestellt, aber es war eigentlich nur langsam und langweilig) zurück nach Miami und weiter nach Naples. Im letzten Außenposten von Miami stolpere ich nochmal über einen T-Mobile Shop und die freundliche Angestellte verspricht, das mein Internet jetzt “forever ever” funktionieren würde – zumindest solange es ein Signal gibt, was natürlich 10 Minuten später in den Everglades nicht mehr der Fall war… 😉
Das Stück durch die Everglades war ja landschaftlich sehr schön, aber zog sich auch ein wenig wie Kaugummi – so war ich dann recht froh als mein Navi mich in eine nette Wohngegend zu meiner Couchsurferin schickte. Das Haus war groß, die Gastgeberin recht nett, die Couch sogar gemütlich – aber der eine Sohn schien kein CS-Fan zu sein und rannte ständig nachts in den Wohnzimmer-Küchenbereich, machte Licht an und klapperte laut mit Schranktüren und Geschirr. So war ich am nächsten Morgen ganz froh wieder los zu kommen.
Als erstes bin ich in den “Bird Rookery Swamp” gefahren (nachdem ich erst ein wenig ziellos durch die Gegend gekurvt bin) und ein wenig spazieren gegangen (hiking…) – drei kleine Alligatoren und einen ganzen Haufen Alligatorenbabies habe ich gesehen.
image

Später bin ich weiter nach Süden nach Marcos Island an den Strand gefahren. Dort gab es irre viele Muscheln – da wird einem deutlich vor Augen geführt, dass Sand “nur” zerriebene Muscheln sind. Ich habe ein ganz paar Muscheln gesammelt, bin Schwimmen gegangen und habe einfach die Ruhe genossen.
image

Zurück in Naples wohnte meine nächste Couchsurferin in einer “Gated Community” und ich hatte ein großes Zimmer ganz für mich allein. Nachdem ich geduscht hatte, bin ich mit Renee und einem Freund von ihr in “Tin City” (Touri-Shopping-Restaurant-Einheit) ein Bier trinken gegangen. Unglaublich, mein derzeitiger Alkoholkonsum 😀
Am nächsten Morgen wollte ich im “Historic District” (eigentlich nur eine nette Einkaufsstrasse mit vielen Restaurants) rumbummeln, aber es war viel zu früh, also bin ich erstmal in einem I-Hop frühstücken gegangen. Während des Frühstücks fand ich bei Groupon ein Angebot für eine “Historic Trolley Tour” in Naples und beschloß doch für den Einstieg die mal mitzumachen. Ich weiß ja, dass man auf “historic” hier nicht unbedingt was geben kann, aber diese Tour war “a waste of time and money” – wobei mich die zwei Stunden Zeit mal wieder am meisten geärgert haben. Damit war es aber auch schon wieder Mittag und ich wollte endlich zurück in die Everglades fahren, um dort so eine Tour mitzumachen. Kurz hinter Marcos Islands hatte ich dann aber “second thoughts”; die Fahrt nach Chokoloskee dauert pro Richtung eine Stunde, die Tour kostet wenigstens 40,-$ und das Benzingeld muss ich auch noch rechnen, auf umweltvernichtendes Airboot habe ich ohnehin keine große Lust und durch Mangroventunnel bin ich schon mit dem Kajak gepaddelt… Also bin ich kurzentschlossen wieder nach Marco Islands zurück um nochmal einen Strandtag einzulegen. Bei einem Toilettenstopp änderte ich meinen Plan erneut, setzte mich in einen nahen Park und schrieb meinen Miami-Blog nochmal. Das war sehr entspannt und ruhig und ich hinterher sehr zufrieden mit mir und dem Tag.
image

In Naples fuhr ich zu meiner dritten Couchsurferin (ja, im Gegensatz zu Miami war Naples mir freundlich gesonnen), mit der ich dann noch mit Mann und Kind an den Strand fuhr um den Sonnenuntergang abzupassen. Wir sind fast die gesamte Zeit im Wasser gewesen und es war unheimlich nett. Die Familie war sehr herzlich und zurück im Haus gab es Nudeln und später einen Film (Nicolas Sparks – und ich heule bei sowas doch immer so….).
Ganz zufrieden fahre ich nach einer Nacht auf dem Boden (die Couch war zu weich und zu kurz) nach Norden mit Ziel Sarasota.
image

KEY WEST, Naples and Sarasota…

…bring me back on track.

KEY WEST
Am Freitag (09.Okt.) kann ich endlich mein Auto holen… Ich mache mich also mit Sack und Pack per Bus und Bahn auf den Weg und bin sogar früher da, als gedacht / geplant – bekomme aber trotzdem mein Auto. Ich entscheide mich für einen großen, schwarzen Nissan, weil der kleine Chevy keinen USB-Anschluss hat (und das kann bei niedrigem Akkustand nützlich sein) und der kleine, blaue Nissan, der mir eigentlich besser gefällt, keine Kofferraumabdeckung.
Bald bin ich auf der richtigen Straße Richtung Süden, suche mal wieder nach einem guten Radiosender (bleibe bei Countrymusik hängen, das passt irgendwie zu meiner Stimmung) und bin guter Laune. Da ich für Jana mal nach Chucks gucken soll, fahre ich bei einer Mall ab – und stelle anschließend fest, dass es an der Stelle keine Auffahrt gibt. Nach einer kleinen Rundfahrt durch die weitere Nachbarschaft (Florida Mansions die X-te) bin ich aber bald wieder auf der US 1.
Erst finde ich die Keys gar nicht so beeindruckend, weil man auf der Hauptstraße z,B. auf Key Largo eigentlich gar nicht merkt, dass man auf einer Insel ist. Aber dann wird es doch immer deutlicher und so bin ich ziemlich guter Laune, als ich in meinem Hotel in Marathon ankomme – und noch mehr als ich in ein Familienzimmer ge-upgraded werde 😀 (Wahrscheinlich hätte sich nach der AirBnB Erfahrung aber alles super angefühlt…)
image

Nach einer kurzen Pause und einem Kaffee fahre ich dann weiter nach Key West. Aus irgendeinem Grund habe ich die Vorstellung von einem Schickimicki Inselchen/Städtchen und nehme mir vor, nur an den äußersten Strand zu fahren und den Sonnenuntergang zu genießen. Aber dann nimmt mich Key West doch mit seinem Charme ein. Ich finde einen kostenfreien Parkplatz (dickes Plus), hole mir zur Happy Hour im “Fat Tuesday” einen “Miami Vice”-Cocktail (halb Strawberry Daiquiri, halb Piña Colada) und schlendere durch die Straßen des “Historic District”.
image

Eine Bar neben der anderen, überall Livemusik, Kubanische Zigarren-Läden, Souvenirshops und natürlich ein Haufen Touristen. Aber ausnahmsweise stört mich das mal nicht und ich lausche mal hier und mal da der Musik. In einem Restaurant am Sunset Pier setze ich mich auf die Terrasse (auf Grund einer zurückgelassenen Bierflasche mit Rest, behelligt mich die Bedienung auch nicht…) und warte bei cooler Livemusik auf den Sonnenuntergang.
image

Nachdem die Sonne fast untergegangen ist, gehe ich ein Stück weiter und komme zum Boardwalk “Sunset Celebration”. Dort gibt es Jongleure und Feuerschlucker, jede Menge Futterbuden und noch mehr Leute. Ich gucke dem einen Künstler zu und beschließe -da der Cocktail lecker war (und mich alkoholtechnisch überhaupt nicht beeinflusst hat), mir noch einen zweiten zu genehmigen. Auf dem Weg zum Fat Tuesday komme ich an einer Ticketbude für eine Ghosttour vorbei und entscheide spontan – als ich den nächsten Cocktail in der Hand halte – da doch einfach mal mitzugehen. Ich glaube zwar nicht an Geister, aber es wird vielleicht eine nette Tour und man erfährt ein wenig was über Key Wests Geschichte… Der zweite Cocktail hat es in sich (nach der Happy Hour schütten sie anscheinend erst den Alkohol dazu), aber die Ghosttour ist total langweilig. Leicht beschwipst verlasse ich nach 40 Minuten die Truppe (wenn schon das Geld rausgeworfen war, muß ich wenigstens die Zeit retten) und setze mich noch in eine Bar und lausche der Musik. Als ich mich irgendwann endlich wieder fahrbereit fühle, mache ich mich auf die einstündige Rückfahrt nach Marathon zu meinem California Kingbed (Breite mindestens 2,50m).
Am Morgen klingelt der Wecker früh, denn ich möchte gerne Sonnenaufgangsfotos machen. Nach einem kurzen Chat mit meiner kranken Jana, düse ich also auf die andere Seite des Keys und komme gerade richtig.
image

Nach Wäschewaschen und Koffer neu packen, mache ich mich auf die Rück- bzw. Weiterfahrt – und komme auf dem Weg an einem Kayakverleih vorbei, wo ich mir für eine Stunde eins miete.
image

Total schön, außer dass es in dem einen Tunnel ziemlich viel Mücken gab und ich mir beim Verscheuchen selber meine Brille vom Kopf gefegt habe. Ganz untypisch für mich (finde ich jedenfalls), bin ich nicht ins Wasser geklettert um sie wieder rauszufischen, da ich ein bißchen Sorge hatte, nicht wieder ins Kajak zu kommen oder bei dem Versuch, meine Kamera zu versenken. Naja, im nächsten Dollartree-Laden gab’s fur 1,-$ erstmal (provisorisch) eine Neue. Dann gings weiter nach Naples.

Text: Welcome to Miami…

…Mückenstiche, teure Autos – aber kein Internet!

image

So, also nochmal in kurz…
Trotz wunderbar sommerlicher Temperaturen (auch abends noch 30°C – “Top and Shorts all day long”) bin ich mit Miami nicht so richtig warm geworden. Das lag sicherlich zum Teil an mir selbst (da ich schon mit mäßiger Laune eingeflogen bin – warum auch immer), aber fing auch mit einem unfreundlichen Flughafenmitarbeiter und einem Busfahrer an, der mich nicht mitnehmen wollte (weil mein eben am Automaten gezogenes Ticket nicht funktionierte – zum Glück ließ er sich von anderen Fahrgästen noch überzeugen…).
Im Hotel wollte ich dann vor allem ins Internet, um zu recherchieren (Unterkunft, Sights, Transport etc) und mit Jana zu skypen, aber das funktionierte nicht. Blöderweise hatte ich meine amerikanische Simkarte aber so eingerichtet, dass ich damit auch kein Internet hatte…. Um die leidige Internetgeschichte mal gesammelt “abzuhaken”: Im Hotel hatte ich die ersten 24h kein Internet, bei meiner anschließenden AirBnB-Unterkunft die gesamte Zeit nicht (da war es angeblich “gestern” kaputt gegangen). Um meine Simkarte zu ändern bin ich erst in der Hotline-Schleife versackt und da ich ohnehin lieber mit jemandem persönlich sprechen wollte schließlich meilenweit durch die Gegend gerannt auf der Suche nach einem T-Mobile Shop (zwei waren geschlossen). Obwohl die irgendwas änderten, funktionierte es dann doch nicht richtig, was mich enorm nervte. (Das Problem wurde dann erst auf dem Weg nach Naples gelöst…).
Jedenfalls sorgte das alles dafür, dass ich enorm viel Zeit mit Rumgerenne und bei oder vor Starbucks bzw. McDonalds verbrachte (erhöhter Kaffeegetränk-Konsum eingeschlossen). Und ich habe mich vor allem geärgert, dass ich so abhängig vom Internet bin. Natürlich kann man alles auch ohne planen und sich durchschlagen, aber wenn ich davon ausgehe, dass ich Internet zur Verfügung habe, ist die Vorbereitung dann eben anders… Und das ich meinen Miamieintrag gelöscht habe, hat indirekt auch damit zu tun… So viel dazu.
Auch die Unterkünfte bzw. Suche danach haben meinen Miami-Eindruck beeinflusst. Ich hatte ja eigentlich von drei Couchsurfern Zusagen gehabt, dass sie mich aufnehmen würden. Als ich sie aber dann anschrieb, bekam ich keine Antwort – also buchte ich eben ein Hotel für die ersten beiden Nächte. Im Nachhinein muss ich sagen, dass das Hotel eigentlich echt super war. Aber durch den ersten Eindruck bei der Ankunft – da saßen so komische Leute davor und in der Lobby (wie sich später rausstellte nur, weil dort auch ein Subway-Restaurant war) und eben die Internetgeschichte, suchte ich ein wenig das Haar in der Suppe (keine TV-Fernbedienung, das Kabel der Kaffeemaschine war zu kurz und ich musste sie auf die Erde stellen, es war ein wenig “abgewohnt” und nicht richtig sauber…). Dafür war es aber nur eine Minute vom Strand entfernt und doch in einer ganz ruhigen Gegend, vom South Beach Zentrum “nur” 25 Blocks entfernt (ca.45 min Fussweg, wie ich mehrmals ausprobieren konnte). Aber all das Gute weiss man dann erst zu schätzen, wenn es mit den Couchsurfern gar nicht klappt und man (schnell, schnell, weil bei Starbucks) ein AirBnB-Zimmer bucht… (Weil ja alle immer so von AirBnB schwärmen…, meine Gastgeberin hat mich zum Abschluss dann erstmal fur SMS blockiert – obwohl ich ihr gar keine Nachrichten zwischendurch geschrieben habe und mich nur verabschieden wollte…). Ansonsten war das Zimmer ziemlich weit ab vom Schuss (mit Bus und Bahn und Metromover ca.80 Minuten bis South Beach – abends zurück länger) und ohne jeglichen Komfort (über Sauberkeit und andere Dinge lasse ich mich jetzt nicht aus). Aber es war billig!! und die Bus- und Bahnfahrten haben wie üblich ganz andere Einblicke in diese Stadt gegeben.
Das ist dann auch schon der nächste Punkt. Ja, ich weiß, dass es “arm” und “reich” gibt und man nur zu gerne die Augen davor verschließt, aber selbst ohne Busfahrten war das in Miami nicht auszublenden. Und diese Protzigkeit mit hyper-großen Häusern und tollen Autos ist mir einfach nicht sympathisch. Für Autoliebhaber (Jana!!) ist South Beach sicherlich toll, Ferrari, Maserati, Mustang, Chevy, Lamborghini – alles was das Herz begehrt. Und trotz Sonne und Hitze natürlich in der Cabrioversion, weil es sich dann so abends besser “cruisen” lässt – man will ja schließlich zeigen, was man hat.
Ich dagegen hatte: Mückenstiche und ich glaube, hauptsächlich aus dem AirBnB-Zimmer; Monsterbeulen, die furchtbar gejuckt haben und jetzt noch rote Flecken hinterlassen haben. Sonnenbrand, aber nur gaaaanz wenig (LSF 50),weil ich an den Rücken alleine nicht so dran komme…

image
So, und damit ich später auch noch weiß, was ich gemacht habe, gibt es in Stichpunkten meine Tagesabläufe:
Sonntagabend: Ankunft im Hotel, Gegend erkunden (am Strand viele (obdachlose??) Leute mit Schlafsäcken (und das waren eigentlich die nettesten Menschen, die mir am ersten Abend begenet sind); Luxushotel neben Luxushotel; Einkaufen im Walgreens nur möglich, weil ich entnervt eine Passantin mit Einkaufstüten angesprochen habe (die es glaube ich erst nicht so toll fand, nachts um 23.00h von jemand Fremden auf der Straße angesprochen zu werden); den Wecker auf 4.00h gestellt in der Hoffnung auf Internet (nein, es reichte aber immerhin für Whatapp-Nachrichten mit Jana) und schließlich erschrocken das Geschrei im Nachbarzimmer ertragen.
Montag: Mit Kamera aber ohne Badeanzug an den Strand zu einem langen Spaziergang, gerade rechtzeitig fur die Lincolnroad (Haupteinkaufsstraße / Mall) in die Stadt eingebogen und einen Starbucks entdeckt (Internet!!! Yay!!!), 25 Blocks zurück zum Hotel; mit Tablet zum näher gelegenen Starbucks (in einem nahen Luxushotel), anschließend mit Badeanzug an den Strand (Sonnenschirme und Liegen, naja, aber nicht soooo voll); das Wasser türkis und badewannenwarm und ganz seicht; dümpele entspannt im Wasser. Am Abend wieder 25 Blocks bis zum Starbucks an der Lincolnroad und eigentlich um ein bißchen dort die Gegend auszukundschaften. Im Starbucks konnte ich aber nicht alles mit dem Handy erledigen und da ich immer noch keine Unterkunft fur die nächste Nacht hatte wieder zum Hotel zurück. Dort habe ich endlich Internet und buche (schnell, schnell) mein AirBnB-Zimmer.
Dienstag: morgendliches Schwimmen vor dem Auschecken, Fahrt zu meinem AirBnB-Zimmer, “Spaziergang” zum nächsten McDonald, von da zur Metrorail-Station um Bus- und Bahnkarte zu besorgen und von da auf der Suche nach T-Mobile (nein, ich kann nicht mit dem Bus fahren, weil ich da ja gar nicht weiß, wo einer fährt); endlich alles erledigt (dachte ich beim Handy-Internet zumindest), Sachen im Zimmer abgeladen und auf den Weg nach Downtown gemacht; nie dort angekommen, weil mein GPS ständig neue Routenvorschläge hatte, aber von jedem neuen Punkt aus immer wieder 40 Minuten feststellte…
Mittwoch: habe eine akzeptable Bus-/Bahnverbindung gefunden und mache mich auf den Weg nach Downtown. Da ich sonst keine Karte habe (und die bei Google Maps angezeigte Touri-Info nicht existiert) finde ich nichts Interessantes und fahre nach South Beach zum Schwimmen; Bummel zum South Point Park und auf dem Rückweg beim SoBe-Hostel auf einen “My Cebiche”-Laden gestoßen, wo ich eine riesige Portion superleckeren, vegetarischen Burrito verspeise (mit echtem, frischen Gemüse (seit Tagen mal wieder echtes Essen – bisher gab es Tortilla mit Frischkäse und Cashewnüssen – und Starbucks); dann den Abend im Historic District rumgeschlendert – hier tobt echt das Leben, mit Livemusik und allem (das ist dann doch ganz schön!!).
Donnerstag: auf nach Key Biscayne (die Fahrt ca.1,5 Std); erst durch die Wohngegend der Reichen (Mansions!!!), dann durch den National-/Statepark – Leguane, Leguane (das Beste, als bestimmt 20 Tiere von der Wiese flüchten / rennen, als ich ankomme); auf den Leuchtturm geklettert und die tolle, tolle Aussicht genossen (und die große “Lampe” bestaunt) und schließlich wieder Schwimmen; von Key Biscayne wieder nach South Beach (fast 2 Std.) und dort endlich die Lincoln Mall abgelaufen; zum Schluß am Strand an meinem Blog geschrieben und den Sonnenuntergang genossen.
image
Freitag: meinen Blog fast fertig geschrieben – “Oh, mein Handy-Internet funktioniert, ich kann ihn hochladen… – was? >lokale Änderungen überschreiben?<, ja klar soll er das alte überschreiben…. oh, äh, nee, aaaaaaahhhhh, nein….. NEIN!" (naja, so ungefähr 🙂 ).
Koffer packen und endlich, endlich zum Flughafen fahren um den Mietwagen zu holen und Miami hinter mir zu lassen. Ich weiß, ich tue Miami womöglich unrecht und vielleicht muss ich nochmal wieder kommen…