Text: Welcome to Miami…

…Mückenstiche, teure Autos – aber kein Internet!

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So, also nochmal in kurz…
Trotz wunderbar sommerlicher Temperaturen (auch abends noch 30°C – “Top and Shorts all day long”) bin ich mit Miami nicht so richtig warm geworden. Das lag sicherlich zum Teil an mir selbst (da ich schon mit mäßiger Laune eingeflogen bin – warum auch immer), aber fing auch mit einem unfreundlichen Flughafenmitarbeiter und einem Busfahrer an, der mich nicht mitnehmen wollte (weil mein eben am Automaten gezogenes Ticket nicht funktionierte – zum Glück ließ er sich von anderen Fahrgästen noch überzeugen…).
Im Hotel wollte ich dann vor allem ins Internet, um zu recherchieren (Unterkunft, Sights, Transport etc) und mit Jana zu skypen, aber das funktionierte nicht. Blöderweise hatte ich meine amerikanische Simkarte aber so eingerichtet, dass ich damit auch kein Internet hatte…. Um die leidige Internetgeschichte mal gesammelt “abzuhaken”: Im Hotel hatte ich die ersten 24h kein Internet, bei meiner anschließenden AirBnB-Unterkunft die gesamte Zeit nicht (da war es angeblich “gestern” kaputt gegangen). Um meine Simkarte zu ändern bin ich erst in der Hotline-Schleife versackt und da ich ohnehin lieber mit jemandem persönlich sprechen wollte schließlich meilenweit durch die Gegend gerannt auf der Suche nach einem T-Mobile Shop (zwei waren geschlossen). Obwohl die irgendwas änderten, funktionierte es dann doch nicht richtig, was mich enorm nervte. (Das Problem wurde dann erst auf dem Weg nach Naples gelöst…).
Jedenfalls sorgte das alles dafür, dass ich enorm viel Zeit mit Rumgerenne und bei oder vor Starbucks bzw. McDonalds verbrachte (erhöhter Kaffeegetränk-Konsum eingeschlossen). Und ich habe mich vor allem geärgert, dass ich so abhängig vom Internet bin. Natürlich kann man alles auch ohne planen und sich durchschlagen, aber wenn ich davon ausgehe, dass ich Internet zur Verfügung habe, ist die Vorbereitung dann eben anders… Und das ich meinen Miamieintrag gelöscht habe, hat indirekt auch damit zu tun… So viel dazu.
Auch die Unterkünfte bzw. Suche danach haben meinen Miami-Eindruck beeinflusst. Ich hatte ja eigentlich von drei Couchsurfern Zusagen gehabt, dass sie mich aufnehmen würden. Als ich sie aber dann anschrieb, bekam ich keine Antwort – also buchte ich eben ein Hotel für die ersten beiden Nächte. Im Nachhinein muss ich sagen, dass das Hotel eigentlich echt super war. Aber durch den ersten Eindruck bei der Ankunft – da saßen so komische Leute davor und in der Lobby (wie sich später rausstellte nur, weil dort auch ein Subway-Restaurant war) und eben die Internetgeschichte, suchte ich ein wenig das Haar in der Suppe (keine TV-Fernbedienung, das Kabel der Kaffeemaschine war zu kurz und ich musste sie auf die Erde stellen, es war ein wenig “abgewohnt” und nicht richtig sauber…). Dafür war es aber nur eine Minute vom Strand entfernt und doch in einer ganz ruhigen Gegend, vom South Beach Zentrum “nur” 25 Blocks entfernt (ca.45 min Fussweg, wie ich mehrmals ausprobieren konnte). Aber all das Gute weiss man dann erst zu schätzen, wenn es mit den Couchsurfern gar nicht klappt und man (schnell, schnell, weil bei Starbucks) ein AirBnB-Zimmer bucht… (Weil ja alle immer so von AirBnB schwärmen…, meine Gastgeberin hat mich zum Abschluss dann erstmal fur SMS blockiert – obwohl ich ihr gar keine Nachrichten zwischendurch geschrieben habe und mich nur verabschieden wollte…). Ansonsten war das Zimmer ziemlich weit ab vom Schuss (mit Bus und Bahn und Metromover ca.80 Minuten bis South Beach – abends zurück länger) und ohne jeglichen Komfort (über Sauberkeit und andere Dinge lasse ich mich jetzt nicht aus). Aber es war billig!! und die Bus- und Bahnfahrten haben wie üblich ganz andere Einblicke in diese Stadt gegeben.
Das ist dann auch schon der nächste Punkt. Ja, ich weiß, dass es “arm” und “reich” gibt und man nur zu gerne die Augen davor verschließt, aber selbst ohne Busfahrten war das in Miami nicht auszublenden. Und diese Protzigkeit mit hyper-großen Häusern und tollen Autos ist mir einfach nicht sympathisch. Für Autoliebhaber (Jana!!) ist South Beach sicherlich toll, Ferrari, Maserati, Mustang, Chevy, Lamborghini – alles was das Herz begehrt. Und trotz Sonne und Hitze natürlich in der Cabrioversion, weil es sich dann so abends besser “cruisen” lässt – man will ja schließlich zeigen, was man hat.
Ich dagegen hatte: Mückenstiche und ich glaube, hauptsächlich aus dem AirBnB-Zimmer; Monsterbeulen, die furchtbar gejuckt haben und jetzt noch rote Flecken hinterlassen haben. Sonnenbrand, aber nur gaaaanz wenig (LSF 50),weil ich an den Rücken alleine nicht so dran komme…

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So, und damit ich später auch noch weiß, was ich gemacht habe, gibt es in Stichpunkten meine Tagesabläufe:
Sonntagabend: Ankunft im Hotel, Gegend erkunden (am Strand viele (obdachlose??) Leute mit Schlafsäcken (und das waren eigentlich die nettesten Menschen, die mir am ersten Abend begenet sind); Luxushotel neben Luxushotel; Einkaufen im Walgreens nur möglich, weil ich entnervt eine Passantin mit Einkaufstüten angesprochen habe (die es glaube ich erst nicht so toll fand, nachts um 23.00h von jemand Fremden auf der Straße angesprochen zu werden); den Wecker auf 4.00h gestellt in der Hoffnung auf Internet (nein, es reichte aber immerhin für Whatapp-Nachrichten mit Jana) und schließlich erschrocken das Geschrei im Nachbarzimmer ertragen.
Montag: Mit Kamera aber ohne Badeanzug an den Strand zu einem langen Spaziergang, gerade rechtzeitig fur die Lincolnroad (Haupteinkaufsstraße / Mall) in die Stadt eingebogen und einen Starbucks entdeckt (Internet!!! Yay!!!), 25 Blocks zurück zum Hotel; mit Tablet zum näher gelegenen Starbucks (in einem nahen Luxushotel), anschließend mit Badeanzug an den Strand (Sonnenschirme und Liegen, naja, aber nicht soooo voll); das Wasser türkis und badewannenwarm und ganz seicht; dümpele entspannt im Wasser. Am Abend wieder 25 Blocks bis zum Starbucks an der Lincolnroad und eigentlich um ein bißchen dort die Gegend auszukundschaften. Im Starbucks konnte ich aber nicht alles mit dem Handy erledigen und da ich immer noch keine Unterkunft fur die nächste Nacht hatte wieder zum Hotel zurück. Dort habe ich endlich Internet und buche (schnell, schnell) mein AirBnB-Zimmer.
Dienstag: morgendliches Schwimmen vor dem Auschecken, Fahrt zu meinem AirBnB-Zimmer, “Spaziergang” zum nächsten McDonald, von da zur Metrorail-Station um Bus- und Bahnkarte zu besorgen und von da auf der Suche nach T-Mobile (nein, ich kann nicht mit dem Bus fahren, weil ich da ja gar nicht weiß, wo einer fährt); endlich alles erledigt (dachte ich beim Handy-Internet zumindest), Sachen im Zimmer abgeladen und auf den Weg nach Downtown gemacht; nie dort angekommen, weil mein GPS ständig neue Routenvorschläge hatte, aber von jedem neuen Punkt aus immer wieder 40 Minuten feststellte…
Mittwoch: habe eine akzeptable Bus-/Bahnverbindung gefunden und mache mich auf den Weg nach Downtown. Da ich sonst keine Karte habe (und die bei Google Maps angezeigte Touri-Info nicht existiert) finde ich nichts Interessantes und fahre nach South Beach zum Schwimmen; Bummel zum South Point Park und auf dem Rückweg beim SoBe-Hostel auf einen “My Cebiche”-Laden gestoßen, wo ich eine riesige Portion superleckeren, vegetarischen Burrito verspeise (mit echtem, frischen Gemüse (seit Tagen mal wieder echtes Essen – bisher gab es Tortilla mit Frischkäse und Cashewnüssen – und Starbucks); dann den Abend im Historic District rumgeschlendert – hier tobt echt das Leben, mit Livemusik und allem (das ist dann doch ganz schön!!).
Donnerstag: auf nach Key Biscayne (die Fahrt ca.1,5 Std); erst durch die Wohngegend der Reichen (Mansions!!!), dann durch den National-/Statepark – Leguane, Leguane (das Beste, als bestimmt 20 Tiere von der Wiese flüchten / rennen, als ich ankomme); auf den Leuchtturm geklettert und die tolle, tolle Aussicht genossen (und die große “Lampe” bestaunt) und schließlich wieder Schwimmen; von Key Biscayne wieder nach South Beach (fast 2 Std.) und dort endlich die Lincoln Mall abgelaufen; zum Schluß am Strand an meinem Blog geschrieben und den Sonnenuntergang genossen.
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Freitag: meinen Blog fast fertig geschrieben – “Oh, mein Handy-Internet funktioniert, ich kann ihn hochladen… – was? >lokale Änderungen überschreiben?<, ja klar soll er das alte überschreiben…. oh, äh, nee, aaaaaaahhhhh, nein….. NEIN!" (naja, so ungefähr 🙂 ).
Koffer packen und endlich, endlich zum Flughafen fahren um den Mietwagen zu holen und Miami hinter mir zu lassen. Ich weiß, ich tue Miami womöglich unrecht und vielleicht muss ich nochmal wieder kommen…

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