Regen und Kälte in New Jersey…

…lassen mich endlich meinen Blog “aufarbeiten”.

Wie der Wetterbericht vorhersagte, begrüßte mich der Freitag mit dicken Wolken, Regen und Kälte. In der Nacht von Freitag auf Samstag sank die Temperatur auf 9°C – brrrrrr.
Am Freitag nutzte ich somit das grauenhafte Wetter um meine Fotos und den Blog “auf Vordermann zu bringen”. Das Erwähnenswerteste am Freitag war definitiv das Frühstück im Country Pancake House – ein Riesen-Pfannenomlette (aus mindestens 6 Eiern) mit Käse und Bratkartoffeln und zwei überdimensionalen Pancakes als “Side dish” für etwas über 10,-$. Die Reste aus der Doggybox haben mich noch Samstag und Sonntag zum Frühstück satt gemacht… Ansonsten habe ich Freitag wirklich nur aufgearbeitet, Unterkünfte fur Miami recherchiert (leider haben mir drei Couchsurfer nicht mehr geantwortet, so dass ich schlußendlich ein Hotel buchen musste) und mit Jinny gequatscht.
Am Samstag war das Wetter immer noch nicht besser und ich musste wirklich wieder meine Zwiebeltechnik anwenden (Top, Langarmshirt, Langarmshirt, Fleecejacke). Damit war ich prinzipiell warm genug, um mit Jinny einen Ausflug an den Eastriver zu machen und die Aussicht auf Manhattan zu geniessen.
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Aber der Wind blies soo kalt, dass ich nach einer knappen Stunde eiskalte Ohren hatte und die Aussicht nicht mehr geniessen konnte bzw. wollte. Vor allem auch, weil es total bewölkt und diesig war, so dass man nicht mal die Spitze des World Trade Center sehen konnte. Ich habe zwar Fotos gemacht, aber ich konnte mir nur vorstellen, wie unglaublich die Sicht auf Manhattan bei schönem Wetter, mit Sonnenuntergang oder abends mit Lichtern sein würde.
Mit windzerzausten Haaren sind wir dann Essen gegangen in einem Tapas-Bar-Restaurant – das echt lecker war, aber ich ein wenig zu teuer fand.
Und Sonntag morgen klarte plötzlich der Himmel auf und es war wieder schönster Sonnenschein. Also habe ich nach dem Kofferpacken noch ein wenig auf Jinnys Terrasse in der Sonne gesessen und auf dem Weg zum Flughafen sind wir nochmal in den Park, damit ich wenigsten noch ein Sonnenscheinbild von der George Washington Bridge kriege (leider gab es dabei noch ein 50,-$ Parkticket 😦  ).
Mal zum Vergleich – und das obere Foto ist nicht schwarz-weiss…
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Dann fuhr Jinny mich netter Weise zum Flughafen – auf nach Miami!

New York…

…is keeping me busy!

Puh, jetzt hinke ich ganz schön mit meinem Bericht hinterher, aber trotzdem der Reihe nach…

Samstag (26.09.) stand die (12 Stunden) laaaaange Busfahrt von Toronto nach New York City an. Zum Glück hinkte ich ja auch da mit meinem Blogbericht hinterher. Also habe ich die Zeit sehr sinnvoll genutzt, meine Fotos zu beschriften und in Ordner “einzuteilen” und eben die restlichen Torontotage auf zu schreiben. Günstigerweise hatte ich reichlich Platz, da ich mir im Doppeldeckerbus einen Sitz oben, ganz vorne rechts reserviert hatte – und der Sitz neben mir auch noch frei blieb 😀   So verging die Zeit ruck zuck – mit Pausen zwischendrin, auch mal die Augen ausruhen und Musik hören oder aus dem Fenster gucken und die Gegend genießen. Als wir nach New York reinfuhren, war es schon dunkel und wir hatten einen großartigen Ausblick auf die erleuchtete Skyline – Grinsen im Gesicht!!! (Leider zu dunkel zum Fotografieren…)
Da Megabus sogar kostenloses Internet anbietet, konnte ich nicht nur mit Jana chatten, sondern auch mit Jinny, bei der ich in New Jersey unterkommen würde. Beim Aussteigen wurde ich dann also mit Schild (Uta) und großem “Hallo” von Jinny, ihrem Sohn Billy und Travis (Janas ehemaligem Gastbruder) begrüßt. Ich war ganz froh, doch nicht noch mit U-Bahn und Bus weiterfahren zu müssen – und noch mehr als ich feststellen musste, dass mein gerade repariertes Kofferrad schon wieder abgerissen war :/
An dem Abend haben wir nur noch ein wenig gequatscht und ich bin müde (trotz stundenlangem Sitzen und nichts tun – Kopfschüttel) ins Bett geklettert.

Am Sonntag habe ich erstmal ausgeschlafen, geduscht, gefrühstückt, meinen Blog hochgeladen und mich mit Jinny unterhalten. Wir haben dann Pläne für die Woche geschmiedet und schon mal Zug- und Busverbindungen nach New York City und Long Beach gecheckt. Am Nachmittag sind wir dann zu den “Cloisters” gefahren, von denen ich gerade gelesen hatte, dass man sie sich unbedingt ansehen wollte und Jinny schon lange mal hin wollte. “The Cloisters” ist eigentlich so eine Art “Kirchenmuseum”; in einem extra für diesen Zweck klosterähnlich angelegtem Gebäude wurde für Studenten Kirchenkunst aus Europa zusammengetragen. Ja, war sehenswert – aber vielleicht eher für Leute, die es nicht nach Europa und in dortige Kirchen schaffen 😉 Mir hat dafür der angrenzende / umgebende Park sehr gut gefallen. Man hatte Blick über den Hudsonriver hinüber auf New Jersey und auf der anderen Seite einen Blick auf die South Bronx. Da das Wetter sehr nett war, haben wir also noch einen schönen Spaziergang gemacht.

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Der Abend verging mit Abendbrot, Wäschewaschen und Gesprächen.

Am Montag war ich mit Melissa in Long Beach verabredet – auf der anderen Seite von Manhattan und damit eine etwa zweistündige Zugfahrt entfernt. Da Jinny mich auf dem Weg zur Arbeit am Bahnhof absetzen konnte, erwischte ich schon einen frühen Zug und war in Long Beach, bevor Melissa mit ihrer “Arbeit” fertig war. Der Strand war nicht weit, also schon mal einen ersten Spaziergang gemacht und die Füße ins Wasser gesteckt…
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Als Melissa mich schließlich abholte, fing es dann aber gerade an zu regnen 😦 So fuhren wir zu ihr “nach Hause”, ich lernte ihre Host-Mom, das jüngste AuPair-Kind und den Hund kennen und bekam eine Hausführung. Zum Glück besserte sich das Wetter und wir konnten eine Radtour durch die gesamte Neighbourhood machen – Melissa zeigte mir das Tanzstudio ihrer Host-Mom, die Schule bzw. Kindergarten “ihrer” Kinder, wo sie am Wochenende feiern geht, den Bagelladen und überhaupt alles “Wichtige”. Natuürlich sind wir auch nochmal zum Strand gefahren und haben einen ausgedehnten Spaziergang gemacht – weil doofe Ute nämlich ihren Badeanzug vergessen hatte :/
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Das Wetter war toll, ein perfekter Strandtag! Während wir uns so unterhielten, erzählte mir Melissa von diesem Laden mit dem super leckeren Frozen Yoghurt – musste ich dann natürlich probieren 😀 OMG, lecker!!!!
Zum Abendessen wurde ich dann auch noch eingeladen und lernte die anderen Kinder, den Vater und die Großeltern (?) kennen. Da ich ja auch wieder eine zweistündige Bahnfahrt zurck vor mir hatte, machte ich mich gegen 19.00h wieder auf den “Heimweg” – ich war wegen ungünstiger Zugverbindungen aber erst um 22.00h dort.

Dienstag musste Jinny nicht arbeiten und wir hatten einen gemeinsamen NYC-Sightseeing-Tag geplant. Diesmal ging es mit dem Bus rein und als erstes zum Rockefeller Center – Top of the Rock. Dadurch, dass wir so früh da waren, mussten wir in keiner Schlange warten und es wurde auf dem Observation Deck gerade erst voll, als wir wieder runter fuhren. Es waren zwar schon einige Wolken aufgezogen, aber es war überwiegend sonnig und warm und die Sicht war gut…
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Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Highline, eine stillgelegte Eisenbahntrasse, die seit ein paar Jahren zu einem Park umgewandelt ist. Wirklich sehr schön – nicht unbedingt ruhig, weil der Verkehr ja noch drunterdurch geht, aber doch eine Oase…
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Vom Ende der Highline ging’s per Subway zum World Trade Center bzw. 9/11 Memorial. Dort hatten wir eine Tour gebucht und wollten ins Museum. Das Museum war aber nicht das “eigentliche”, sondern das Tribute Center (und wir hatten beide nicht gewusst, dass das zwei unterschiedliche Dinge sind). Aber die Tour war sehr interessant – unsere Guide war ein “survivor”, also jemand, die es noch aus dem Gebäude (in ihrem Fall Nordturm) geschafft hatte. Wirklich empfehlenswert!
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Ich fand auch das Memorial selber sehr ansprechend und gelungen, und das Tribute Center Museum war völlig ausreichend. Jinny, die selber reichlich Geschichten zu 9/11 erzählen kann, sagte, dass sie das andere womöglich gar nicht aushalten könnte.
Da wir nicht zu spät zuruck in New Jersey sein wollten und die Zeit für Subway und Busfahrt eingeplant werden musste, ging’s dann auch schon zurück.

Am Mittwoch machte ich mich (wieder per Zug) alleine auf den Weg in die Stadt. Eigentlich wollte ich mit einer Radtour im Centralpark starten, da der Zug aber Verspätung hatte (wir hingen über eine halbe Stunde vor irgendeinem Tunnel fest) und ich den Fußweg auch mal wieder unterschätzt hatte, klappte das nicht. Ich marschierte / bummelte nur von Pennstation bis Centralpark, um dann zu beschließen, dass ich mich lieber frühzeitig auf den Weg nach Greenwich machen sollte, um meine kostenlose “food tour” nicht zu verpassen. Da ich dadurch natürlich wirklich überpünktlich vor Ort war, bin ich schon mal ein wenig durch den Stadtteil gebummelt – sehr hübsch. Die “food tour” war dann sehr nett; wir wurden durch den Stadtteil geführt und haben an sieben Restaurants “sample” (Proben) für jeweils einen Dollar erhalten. Als erstes gab es Falafel (die in den Staaten anscheinend noch nicht so bekannt sind wie bei uns…), dann Pizza (Artischocken), Arancinis (italienische Reisbällchen), Bantam-Bagels (Oprah’s favourite), nochmal Pizza (Jimmy Kimmels favourite), und zum Abschluss Cookies umsonst…
Am Ende bekamen wir von unserer Tourguide noch einen Plan fur eine “selfguided” Tour, die ich von da aus auch noch abgegangen bin bzw. noch weiter durch Greenwich geschlendert bin. So habe ich noch das Apartmenthaus von “Friends” gesehen (und fotografiert), Carrie’s Treppe (aus “Sex and the City”) und einen Pub, in dem Abraham Lincoln vor einer Rede zu Beginn seiner politischen Karriere getrunken haben soll (Sägemehl auf dem Boden und sonst alt und versifft, aber… naja….).
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Und damit naäherte sich auch der Tag dem Ende (Zugfahrt und abendliche Gespräche mit Jinny sollen aber nicht unerwähnt bleiben…)

Donnerstag war Regen angesagt, aber da es morgens doch ganz gut aussah, habe ich mir schnell noch eine weitere kostenlose Tour (SoHo, Little Italy and Chinatown) gebucht und bin los. Pünktlich um 10.00h war ich in SoHo, die Tourguide war sehr nett, aber die Tour insgesamt hat mir nicht so gefallen wie Greenwich (obwohl wir an dem kleinen Laden vorbei gegangen sind, wo es die berühmten original “Cronuts” gibt – natürlich nicht mehr vormittags um 11.00h). Vielleicht lag es auch am Wetter, dass ich nicht ganz so begeistert war, denn es war wesentlich kühler geworden. So hatte ich nach der Tour eigentlich schon keine Lust mehr weiter rumzulaufen, aber es war ja noch total früh. Also bin ich noch bis zur Lower Eastside gewandert, halb auf die Williamsburg Bridge und schließlich zu einem “Tenement-Museum”. Das war so etwas wie ein Einwanderungsmuseum und ich habe mir eine Tour zu einer irischen Familie angehört / angesehn, die in dem Museumshaus 1860 gewohnt hat. Interessant, aber etwa berteuert…
Von da aus bin ich zurück nach Uptown gefahren, um doch noch eine Radtour durch den Centralpark zu machen. Aber weil es dann schon recht spät war und es sehr nach Regen aussah, hatten die Fahrradverleiher wohl schon das Weite gesucht. Jedenfalls war das eigentlich mein Glück, denn auf dem Weg zum Public Library fing es tatsächlich an zu regnen – also eigentlich genau das richtige Bücherei-Wetter. Hm. wobei ich natürlich keine Bücher gelesen habe, sondern mir das schöne Gebäude angesehen habe…
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Der Nachhauseweg entwickelte sich dann zu einem Paradebeispiel für Murphy’s Gesetz…
Schon vor der Bücherei hatte ich mir angesehen, wie ich zum Busbahnhof kommen würde (nämlich die 42nd Street runter), ging dann aber verwirrter Weise in die falsche Richtung. Als ich irgendwann bemerkte, dass ich viel zu weit östlich war, musste ich eben alles zurück gehen (15min). Am Busbahnhof ging ich als erstes zu dem Gate, bei dem ich mit Jinny war (wir hatten schon Bustickets gehabt) und fragte dort, wo ich denn ein Ticket kaufen könnte. Die blau-orangenen Automaten sollten es sein – vor denen sich laaange Schlangen gesammelt hatten. Na gut, also angestellt und 20 Minuten gewartet. Aber als ich endlich dran war, stellte ich fest, dass “Gatenumber” und “Busnumber” zwei unterschiedliche Dinge waren und ich meine Busnummer nicht wusste. Da es keinen “menschlichen” Informationsschalter gab, nutzte ich so eine Informationsmaschine, die mir mehrere Möglichkeiten ausspuckte. Mit der Information stellte ich mich also in die immer noch lange Schlange, um nach weiteren 20 Minuten festzustellen, dass ich diese Busnummer auch nicht eingeben konnte und weder der eigentliche Ort noch mein Endziel in den Listen auftauchten, hmpf…okay, also doch Zug. (Ich hatte eigentlich den Bus nehmen wollen, damit mich Jinny nicht schon wieder vom Bahnhof abholen müsste…)
Also lief ich die acht Blocks bis Pennstation (Frustfuttern auf dem Weg) und stellte mich wieder am Ticketautomaten an (diesmal nur wenige Minuten). Aber warum auch immer, ließ sich diesmal mein Zielbahnhof nicht aufrufen (und ich hatte das ja schon mal gemacht). Also in die nächste Schlange zum “menschlichen” Schalter – wieder ein paar Minuten. Während ich warte, sehe ich entfernt auf der Anzeigetafel, dass in Kürze zwei Züge in die Richtung fahren, die ich an den anderen beiden Tagen genommen habe. Als ich endlich mein Ticket habe sind es noch drei Minuten bis zur Abfahrt, also laufe ich los – und kriege den Zug noch. Nach mir steigen Leute ein, die sich nach einem Halt erkundigen und ich beschließe auch auf Nummer sicher zu gehen und zu fragen… “Ja, ja, Secaucus, der hält da!” bekomme ich von drei Seiten versichert. Was soll ich sagen, die Schaffnerin belehrte mich dann eines Besseren und riet in Newark auszusteigen und wieder zurück zu fahren… Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, aber ich habe es dann ja doch noch “nach Hause” geschafft.