Newport und Cape Cod…

… Mansions and beach.

Montag war Labor Day, ein amerikanischer Feiertag und den habe ich auch eher typisch amerikanisch mit einem Ausflug verbracht. Sowohl Molly als auch Darcy hatten empfohlen, mal nach Newport zu fahren. Entgegen meiner Annahme, dass die Busfahrt lange und umständlich sein würde, war ich in einer Stunde ohne Umsteigen da (naja, ich wurde von Darcy zur Bushaltestelle gebracht, sonst wär’s doch noch anders gewesen…).
Newport liegt südlich von Providence und ist so ein Touristenort an der See. Meine ersten Eindrücke am Bowen’s Wharf waren eher ernüchternd und ich fürchtete schon, der Tag würde eher am Strand enden. Dann habe ich mich aber erstmal in Richtung “Cliffwalk” aufgemacht, ein Spazier- oder Wanderweg von dem aus man bereits die Rückseiten diverser “Mansions” (imposanter Sommerhäuser) sehen können sollte. Ja, das konnte man teilweise wirklich, aber das fand ich jetzt nur mäßig beeindruckend. Aber nach 1/3 des Weges wurde es wirklich sehr nett mit Felsen und Klippen und schäumendem Meer und tollen Aussichten. Das Wetter war wieder wunderbar (Sonnenbrand vorprogrammiert :D) und so wurde es ein netter ausgedehnter Spaziergang.

image

Cliffwalk

Zwischendurch habe ich mir dann die erste Mansion angesehen – “The Breakers” der Familie Vanderbilt, sicherlich das größte und imposanteste der “Häuschen”. Da das “Five House Ticket” ein Schnäppchen war, konnte ich mir nach dem Cliffwalk noch weitere Sommerhäuschen ansehen (habe zeitlich aber nur noch drei geschafft). Marblehouse, Rosecliff und Chateau Sur Mer sind Häuser aus dem “Gilded Age” und eben per Audiotour oder Guided Tour zu besichtigen. Dazwischen sind aber auch noch reichlich “residential homes” – einer der Tourguides sagte, wenn wir 200 Millionen über hätten, könnten wir ja mal überlegen… Naja, schaut euch die Fotos an, ich weiß schon, welches ich mir gönne – hahahaha!!
Tja, und nachdem ich die ganze Bellevue Avenue zurückgelaufen war, konnte ich mich auch schon wieder auf den Rückweg nach Providence machen.

Die Nacht war kurz, aber darüber könnt ihr sicher bald auf Janas Blog lesen…

Für Dienstag hatte ich mir ja ein Auto gemietet, das ich vom Flughafen abholen musste. Darcy hat mich netterweise dort vorbei gefahren und so war vorher noch Zeit und Möglichkeit sie bei IHop zum Frühstück einzuladen. Mit dem Auto bin ich dann nach Cape Cod gefahren, so nennt sich praktisch die gesamte Landzunge, die östlich von Providence ins Meer ragt. Auf der Suche nach einem Supermarkt habe ich mich ein wenig verfranst (naja, “The scenic route” eben) und war so erst um 15.00h an meinem Hotel. Da habe ich dann aber nur meine Sachen ausgeladen und bin mit Schwimmzeug an einen Strand ausserhalb von Provincetown gefahren. Total schön, viele Dünen, Sand überall und eine ganz besondere Landschaft – hat mir sehr gut gefallen. Das Wasser war toll, aber das beste – da schwammen andauernd Seelöwen vorbei….
Anschliessend bin ich in den Ort rein gefahren, um da ein wenig rumzubummeln. Neben den ersten Deutschen liefen da vor allem haufenweise Männer rum – leider nicht für mich… ;D  Ich war ja vorgewarnt worden, aber so viele “Jungs” auf einen Haufen hatte ich echt nicht erwartet. Sehr lustig… Ansonsten ist Provincetown auch völliger Touristenort, aber eben recht locker.
Zurück im Hotel habe ich gleich mal Janas Flugstatus gecheckt – “landed and taxing”, juchhu!
Nach der Nachricht, das alles gut geklappt hat, kann ich nun beruhigt ins Bett gehen….

Sightseeing…

… and Clambake

Am Samstagmorgen bin ich mit Molly zu einem Farmersmarket geradelt, wo wir auch gefrühstückt haben. Ganz nett, mit Musik und neben Gemüse viele andere Essenstände. Gegen 12.00h wollte meine nächste Couchsurferin anrufen, da sie mich möglicherweise abholen würde. Um 13.00h bin ich dann los auf Sightseeingtour, da ich keine Lust mehr hatte zu warten. Ich bin zur nahe gelegenen Brown University gegangen, wo man nett herum spazieren können sollte. Es war aber “Move in”-Day, also voller Eltern und Studenten – tausend Leute…. Schließlich habe ich mir noch ein paar historische Häuser von innen angesehen (Brown House, Stephen Hopkins House) und bin die Benefitstreet entlanggschlendert.
Dann kam doch noch eine Nachricht von der anderen Couchsurferin, zu der ich abends dann mit dem Bus fuhr. Ging erstaunlich gut… 🙂 Auf dem letzten Stück Fußweg bin ich noch an einem alten Karussel vorbei gekommen – ganz nostalgisch…

image

Sonntag wurde ich von meinen Hosts Darcy und Marcus zu einem “Clambake” eingeladen. Das ist ein traditionelles “Kochereignis” hier in Rhode Island. Das ist auch so eine Sache, die ich an Couchsurfing liebe – ich hatte vorher noch nie von einem Clambake gehört und nun habe ich teilgenommen und Fotos gemacht. Neben dem eigentlichen Clambake ist es ansonsten einfach eine Party mit viel Essen und Alkohol und Klatsch und Tratsch. Aber ich fand’s toll. Und so funktioniert ein Clambake (clam=Muschel): In einem großen Feuer werden große Steine erhitzt. Wenn die Steine richtig heiß sind, werden Holz und Asche entfernt, die Steine dicht zusammengeschoben und dann reichlich Seetang darauf verteilt. Obenauf kommen dann die Kisten mit den Muscheln und Kisten mit Kartoffeln, Zwiebeln, Maiskolben, Würstchen und “Stuffing” (undefinierbare Masse, die ich nicht probieren mochte). Alles wird mit nassen Planen abgedeckt, damit das Ganze dann quasi in 1,5-2Stunden dampfgegart wird. Wenn es fertig ist, wird das Essen auf den Tischen verteilt (es waren wohl mindestens 80 Leute da) und natürlich geht es hauptsächlich um die Muscheln – die ich aber nicht gegessen hab. Ich hatte ein bisschen Sorge, dass das Gemüse durch die Muscheln “fischig” schmecken würde, aber ich fand dieses Seetangaroma ganz okay. Zwei Stunden später gab es dann noch das typisch amerikanische Nachtisch Buffet mit Brownies und Keksen und Kuchen ohne Ende – ich hatte vergessen, wie lecker ich das finde. Amerikanische Brownies sind echt anders als alles, was wir unter diesem Namen in Deutschland kriegen können… Zum Glück sind Darcy und ich mit dem Rad hin und zurück gefahren (“about seven miles each way”) 😀  – und sowohl morgens als auch abends habe ich noch einen kleinen Spaziergang durch’s Viertel gemacht.
Also, ein weiterer toller Tag! 😀

image

image

Providence…

…oder Der erste Tag!

Bevor ich vom heutigen Tag erzähle, möchte ich drei Dinge aufschreiben, die ich heute festgestellt bzw. beschlossen habe:
1. Ich sollte nur sehr überlegt Fotos machen, denn wenn ich neun Monate lang soviel fotografiere wie heute, habe ich am Ende eine Million Fotos (die keiner sehen will und ich selber mir wahrscheinlich auch nie wieder komplett ansehen werde). Also meine Füße in “bedeutenden” Gewässern “ja”, jeden idyllischen See oder Fluss “nein”.
2. Ich kann ebenso wenig über jeden Tag ausführlich schreiben (und möchte mich auch mit einem solchen Anspruch nicht unter Druck setzen), aber dennoch werde ich versuchen zumindest in Stichpunkten festzuhalten, was ich gemacht und erlebt habe. Ob ich das dann auch poste oder nur den Draft fur mich behalte, muss ich mal sehen.
3. Jana hat mir zum Abschied ein cooles “Mitmach-Buch” geschenkt (“Mach dieses Buch fertig”). Ich werde versuchen mit jedem meiner Couchsurfing Gastgeber eine Seite zu “bearbeiten” und fotografisch festzuhalten. Mal sehen… 😀
image

image

So, nun zu heute… oder erst noch gestern:
Der Flug problemlos, hat aber schon gleich meinen neuen Koffer geschafft… :/ Den letzten Bus um 2 Minuten verpasst und teuer mit dem Taxi gefahren. Meine Couchsurferin suuuuuper nett, wir haben gleich noch eine Stunde gesessen und geredet.
Heute dann der erste “echte” Tag. Nach Dusche und Tee und Smalltalk mit Molly zu Fuss in die Stadt gegangen – sehr hübsche, “alte” Häuschen. Ich mag das ja. Da sie dann arbeiten musste, bin ich einfach so durch die Stadt gestromert. Zum Frühstuck gab’s “Reste” (s.u.)
image

und ich habe mir einen Milchkaffee im Small Point Cafe gegönnt (musste dreimal rein gehen und Milch nachschütten, so stark war der).  Im India Point Park habe ich meine Füße in den Fluss getaucht (Sekonk und/oder Providence River) und Millionen Fische irritiert – spannend so ein Schwarmverhalten zu beobachten.
Mittlerweile war es echt heiss geworden (morgens war es total bewölkt und windig), so dass ich zurück ging, um mich umzuziehen. Danach bin ich dann mit dem Fahrrad los, das Molly mir netterweise überlassen hat. Richtung Norden am Blackstone River “entlang”, durch Pawtucket und bis hinter Central Falls (immer auf dem “Greenway”), dann nach Westen durch den Lincoln Woods State Park.
Auf dem Rückweg bin ich dann zufällig an dem Walmart vorbei gekommen, in dem ich meine SIM-Karte bestellt hatte und habe mir auch gleich meine erste Packung Wheat Thins und Butterfinger geholt – hm, lecker!
Und nun sitze ich auf der Veranda, neben mir im Sessel die Katze, schreibe, knabbere nebenbei und bin glucklich und zufrieden.